Was ein Schreck

Letzte Woche musste ich leider ein paar Tage zur Untersuchung und Beobachtung ins Krankenhaus. Nun bin ich wieder zu Hause und soll viel liegen und mich ausruhen. Ich hatte ganz in der Früh plötzlich Blutungen festgestellt und nach kurzer Rücksprache mit meiner Frauenärztin (für Notfälle gibt sie ihren schwangeren Patientinnen ihre Handynummer) war klar, dass ich lieber zur Abklärung in ein Krankenhaus gehen sollte, um sicher zu gehen, wo die Blutung herkommt und für den Notfall, dass ich eventuell dort bleiben müsse.

Da ich erst in der 29. Schwangerschaftswoche war, blieb mir nur ein Krankhaus unserer Stadt zur Auswahl. Und leider genau das, was ich überhaupt nicht mag, da ich schon so viel Schlechtes darüber gehört und mitbekommen habe. Gerade aus dem Kreißsaal und der Frauenklinik. Aber mir blieb ja erstmal nichts anderes übrig.

Also hat mein Liebster den kleinen Mann in die Kita geschafft und mich ins Krankenhaus. Wir haben dort extra vorher nochmal angerufen und wurden schon maximal unfreundlich auf den Aufenthalt vorbereitet. Die Angst und das schlechte Gefühl waren schon mal riesig. Als wir dort ankamen, wurden wir erstmal gar nicht beachtet. Bis sich dann ein junges Mädchen für uns erbarmte und meine Daten aufnahm. Ich empfand es als sehr unangenehm, im Kreißsaal so unfeinfühlig aufgenommen zu werden und am Tresen stehend Auskunft über meine Daten und Beschwerden zu geben. Viel lieber hätte ich direkt gelegen oder im Sitzen meine Beine zusammengepresst. Nach dem sie nun meine Informationen aufgenommen hatte, begann die Wartezeit. Nach ca. 20 Minuten sollte ich ans CTG. Keinerlei Rückfrage wie es mir denn ginge oder wie schlimm die Blutung sei, fand ich schon sehr komisch. Aber gut.

Nach dem CTG, was mir die ganze Zeit im Rücken stand und der Ton ausgeschaltet war, kam dann endlich eine Ärztin, die mich untersuchte. Nun schlich sich ein Gefühl der Beruhigung ein, da das CTG wohl gut war, die Ultraschalluntersuchung keine Auffälligkeiten aufzeigte und es allem Anschein dem Baby gut geht. Was ja erstmal gut ist und mich ungemein beruhigte.  Nur bleibt die Unsicherheit, wo denn die Blutung herkomme. Deswegen riet mir die Ärztin zur Beobachtung mindestens 2 Nächte im Krankenhaus zu bleiben. Außerdem riet sie mir zu einer Lungenreifespritze für den Fall, dass die Kleine sich doch früher als geplant auf den Weg machen sollte.

Nun stand ich da mit der Aussage und musste ihr vertrauen, dass sie notwendig ist. Grundsätzlich bin ich bei sowas echt vorsichtig, informiere mich lieber mehrmals, aber es sollte ja nun schnell gehen. Also verpasste mir die Ärztin telefonierend noch huschhusch einen Zugang in den Arm und verabschiedete sich. Eine Krankenschwester gab mir anschließend die Lungenreifespritze in den Po. Beides hatte ganz schön wehgetan. Die Spritze war zum Glück nach wenigen Minuten nicht mehr zu spüren, allderings hat mir der Zugang den kompletten Aufenthalt und auch Tage später wehgetan, was sich auch daran zeigt, dass die Stelle drumherum nun grün und gelb gefärbt ist. Also wirklich gut gestochen hat sie nicht. Und wie ich auf meinem „schönen“ Vier-Bett-Zimmer erfahren habe, haben es alle Mitarbeiter wohl nicht so mit dem Stechen drauf. Denn die eine Mitinsassin hat in ihrem zweiwöchigen Aufenthalt schon 12 neue Zugänge gelegt bekommen, weil jeder so wehgetan, die Stelle sich entzündet hat oder eben schon nach kurzer Zeit dicht war. Die anderen hat es auch nicht viel besser getroffen. Glücklicherweise musste meiner ja nicht lang bleiben, denn meine Blutung ließ schon am ersten Tag nach und ich durfte nach 3 Tagen sogar wieder nach Hause.

Einerseits hat mir die Zeit im Krankenhaus gut getan, da das Baby bzw. ich mehrmals gecheckt wurde und ich mich ja um nichts kümmern musste. Kein Putzen, kein Essenkochen, kein Einkaufen, kein Waschen und keine Kinderbetreuung. Andererseits war die Sehnsucht nach meinen zwei Männern und den eigenen vier Wänden groß. Zu Hause ist es einfach am Schönsten. Außerdem war das Essen, die sanitären Anlagen und die Versorgung echt grenzwertig. Also man musste schon bei der Medikamentenvergabe auf der Hut sein, dass man das Richtige erhält, was ich für ein Krankenhaus schon ziemlich bezeichnend finde und mich deshalb auch nicht zweifelslos gut überbewacht gefühlt habe.

Als ich dann entlassen wurde und wieder zu Hause war, mussten wir klären, wie es nun weitergeht. Meine Frauenärztin hat mich verständlicherweise krankgeschrieben. Mit meinem Resturlaub muss ich bis zum Mutterschutz nicht mehr arbeiten. Da ich mich nun viel schonen soll, haben mein Mann und ich vereinbart, dass er bis auf Weiteres das Einkaufen übernehmen müsse. Im Haushalt muss ich mich selbst zügeln, nicht zu viel selbst machen zu wollen. Zum Glück wohnen Oma und Opa in der Nähe und springen oft in die Nachmittagsbetreuung des kleinen Mannes ein. Denn genau die hat mich wohl neben der Arbeit mit am meisten geschlaucht. Der kleine Mann ist eben ein wilder Feger, für den es nicht genug Action gibt. Er hat eine unglaubliche Ausdauer und Power, die uns selbst am Wochenende beide übersteigen. Und dazu kommen noch seine Stimmungsschwankungen und gerade extremen Trotzanfälle, die einen auch psychisch oft bis zur Verzweiflung anstrengen.

Jetzt harren wir der Dinge und schleppen uns somit bis hoffentlich nahe des errechneten Geburtstermins. Es sind ja noch zwei Monate und la guapa soll bis dahin ja noch ordentlich wachsen und schön dick werden.

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