Spiel, Spaß, Geocaching!

Eines unserer Hobbies ist das Geocaching. Den Spaß daran haben wir schon vor einigen Jahren gefunden. Wer nicht weiß, wovon ich rede:

Geocaching ist eine moderne Form einer Schatzsuche bzw. Schnitzeljagd. Ausgestattet mit einem Global Positioning System (GPS)-Empfänger und den Koordinaten eines „Schatzes“ aus dem Internet kann man die Schätze finden, die jemand anderes an ungewöhnlichen Plätzen versteckt hat.

Als dann unser kleiner Schlechtschläfer auf die Welt kam, wurde der gelegentliche Spaß zur regelmäßigen Aktivität. Wie ich schon mal erwähnt habe, war unser kleiner Mann ein exzessives Schreikind und hat es unter anderem einfach nicht geschafft leicht in den Schlaf finden. Zu Hause konnte man das Vorhaben, ihn in irgendeiner Weise zum Schlafen zu bringen, total vergessen. Da haben er und ich am Ende auch die totale Krise bekommen, weil er sich nicht beruhigen ließ und wirklich richtig richtig schrill geschrien und sich ganz steif gemacht hat mit hochrotem Kopf, kompletten Schweißausbruch und pipapo.

So bin ich unter der Woche und am Wochenende mit meinem Mann sehr viel mit dem Kleinen an der frischen Luft unterwegs gewesen. Am liebsten im tiefen und somit ruhigen Wald ohne laute Nebengeräusche von der Straße und fernab von nervigen Menschen samt ihren tollen Ratschlägen und bohrenden Blicken.

Als der kleine Mann noch ganz klein und vor allem leicht war, haben wir ihn in der Tragehilfe Mysol von Girasol getragen. Später hat er den Kinderwagen als Schlaf- und Ruhestätte vorgezogen, was mir die Schlepperei erspart hat. So waren wir dann täglich mehrere Stunden bei Sonne, Regen, Wind und Hagel spazieren.

Um uns die Spaziergänge interessanter zu gestalten und nicht jeden Tag die gleichen Wege abzulaufen, haben wir erst in der näheren Umgebung, später auch in der weiteren Umgebung alle Caches abgegrast. Das Spannende am Cachen ist, wie ich finde, nicht unbedingt den Schatz an sich zu finden, sondern animiert und motiviert zu sein, auch mal andere Wege zu gehen, die man sonst nicht nehmen würde, an Orte zu kommen, die einem sonst nie aufgefallen wären.

Gerade als ich noch gestillt habe, war es recht einfach und konnte ohne große Packerei und Überlegung losziehen. Hauptsache genug Windeln und Mama sind dabei und es gibt regelmäßig die Brust. Geschrien wird so oder so. Mit diesem Umstand ist uns erstmal richtig bewusst geworden, wie wenig Bänke es in Wäldern gibt. Ich wollte ja auch nicht im Viehcher verseuchten Gestrüpp stillen und wickeln. Da kamen uns schon wirre Erfindungsideen wie einen mobilen Still- und Wickelschemel zum Zusammenklappen oder gar als festes Kinderwagenzubehör (also falls das jemand nun machen möchte, Tantiemen bitte an mich 😉 ). Schlussendlich saß ich am Ende doch auf einem umbequemen Baumstumpf oder auf der ausgebreiteten Picknickdecke.

Umso älter der kleine Mann wurde, desto interessanter wurden unsere Ausflüge für ihn. Als wir allmählich auf Beikost umgestellt haben, musste natürlich noch Proviant eingepackt und regelmäßige Krabbelpausen eingelegt werden. Richtig toll wurde es, als er angefangen hat längere Strecken zu laufen und eifrig mit nach der Dose (auch Cache oder Schatz genannt) suchen wollte. Ein typisches Bild ist, dass er geduckt, „Dose“ rufend durch den Wald schleicht und jedes Blatt und Ästchen umdreht 😀 Ganz euphorisch ist er, wenn er die gefundene Dose aufmachen und das Logbuch (Büchlein, auf dem sich Finder verewigen) herausfriemeln darf und ganz niedergeschmettert, wenn wir die Dose nicht finden oder einfach nur so spazieren sind. Deswegen haben wir schon überlegt, einen Fakecache immer mit dabei zu haben, dass zumindest der Kleine ein Erfolgserlebnis hat.

Unsere neueste geliehene Errungenschaft ist eine Kraxe. Damit macht es nämlich riesigen Spaß zu wandern bzw. cachen, da der kleine Mann, sobald er nicht mehr laufen kann/will, einfach „aufgeschnallt“ wird und verschnaufen kann. Ja gut, “ riesigen Spaß“ und „einfach“ sage ich natürlich, weil ich nicht die Person bin, die unseren schweren Brocken trägt 😀 Aber mein Mann wollte ja unbedingt so eine Kraxe und ist trotz der Anstrengung ebenso begeistert davon. Noch 😀

Ich finde, gerade im Wald ist es so entspannend spazieren zu gehen, da ich nicht ständig aufpassen muss, dass der Kleine überfahren wird, sich in fremden Vorgärten austobt oder sonst was anstellt. Er ist eben ein richtiger Entdecker und nicht das brav an der Hand laufende Kind. Und im Wald darf er machen, was er will. Ok, ich achte schon darauf, dass er sich nicht was heimlich in den Mund steckt, was er ja ganz gerne tut, aber sonst: Matschen, Sammeln, Buddeln, Schreien, (Weg-)Rennen, Hüpfen, Lachen,… Alles was glücklich macht, ist erlaubt. Und wenn man das Ganze noch mit einer kleinen Schnitzeljagd verbindet, kann das doch nur Spaß machen, oder?

Vielleicht ist das Cachen für euch ja auch was. Es kostet nichts, ihr könnt es ganz einfach mit eurem Smartphone nutzen und braucht kein extra Gerät oder eine besondere Ausrüstung dafür.

Weitere Infos zum Geocaching findet ihr auf:
www.opencaching.de
www.geocaching.com

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