Plötzliche Wendung

Ich bin nun in der 34. Schwangerschaftswoche und ich mache meine Vorsorgetermine im Wechsel mit der Hebamme und Frauenärztin. Gestern war die Frauenärztin wieder dran. Zu allererst gebe ich dort mein Pipi ab und dann wird gewogen, Blutdruck und Eisen gemessen. Seit der 30. SSW wird zusätzlich auch ein CTG gemacht, um Herztöne und Wehentätigkeiten zu überwachen.

Bis dahin war gestern noch alles gut. Ok, mein Eisenwert ist etwas niedrig und die Waage hätte bissi was weniger anzeigen können 😉

Nach kurzer Wartezeit im Wartezimmer wurden wir von der Ärztin aufgerufen. Sie macht nochmal einen Ultraschall, um die Lage des Babys zu prüfen. Und da die Überraschung. Seit der 21. SSW lag Madame mit dem Köpfchen nach unten in sogenannter Schädellage (SL). So wie es sein soll. Und jetzt in der 34. SSW zeigte das Ultraschallgerät, dass da, wo das Köpfchen sein soll und bisher auch war, auf einmal der Bauch des Babys liegt. Somit die Eintragung im Mutterpass „Beckenendlage“ (BEL). Eine schöne Bescherung dachte ich mir. Gerade jetzt, wo es im Bauch für sie ja so eng wird. Jetzt sollen wir Daumen drücken und dem Baby gut zureden, dass sie die Kurve nochmal bekommt und ihren Kopf wieder in Schädellage bewegt. Deswegen soll ich in zwei Wochen nochmal zum Ultraschall kommen, um zu schauen, ob sie das getan hat. Ansonsten müsse man besprechen, wie man weiter vorgeht. Und da gingen bei mir die Alarmglocken an. Ok, was heißt das nun? Ist das normal? Kann ich was machen? Bis wann kann sie sich noch drehen? Steht der Kaiserschnitt schon fest? Ach herrje. Meine Frauenärztin war die Ruhe selbst und sagte nur, dass wir in zwei Wochen einfach nochmal schauen und uns dann erst Gedanken machen sollen. Sie ist der Hoffnung, dass das Babymädchen sich nochmal dreht, da sie ja grundsätzlich wisse, wo sie hin soll, weil sie schon so lang da unten war. Außerdem wären aus ihrer Erfahrung heraus Mädchen verlässlicher als Jungs, sich nochmal richtig herum zu legen. Hmm große Verunsicherung meinerseits.

Zu Hause habe ich meiner Hebamme geschrieben, die mich prompt zurückgerufen hat. Sie kommt am Freitag vorbei und möchte selbst mal fühlen, wie das Baby im Bauch liegt. Und je nach dem, will sie versuchen, das Baby zum Drehen zu animieren. Dazu habe ich mir im Vorhinein schon einiges ergooglet und war direkt etwas skeptisch. Ich glaube ja nicht an Homöopathie und ähnliche Heilpraktiken. Meine Hebamme versicherte mir, dass die mit der Moxibustion gute Erfahrung gemacht hat und sie das an mir gerne ausprobieren möchte. Dabei wird eine Beifusszigarre Nahe des kleinen Zehs gehalten, was dann einen Akupunkturpunkt erwärmt. Das wiederum soll die Gebärmuttermuskulatur zur Kontraktion animieren und das Baby zum Drehen bringen. Hört sich doch schon..ja..fragwürdig an, oder? Naja ich werde es mal versuchen. Ich gehe davon aus, dass wir zusammen auch die indische Brücke machen werden. Das ist eine kleine Bodenübung, die das Kind ebenfalls zum Purzelbaum schlagen bringen soll. Ich bin jetzt mal offen für sowas und versuche das einfach mal. Es gibt wohl noch Angebote vom Krankenhaus zur „äußeren Wendung“. Als ich meinem Mann davon erzählte, sagte er sofort, etwas angewidert, dass ich das auf keinen Fall machen soll. Da wird mit bestimmten Handgriffen versucht, das Kind im Bauch der Mutter „mit Gewalt“ zu Verschieben. Das kann, so wie ich das gelesen habe, mit unter auch sehr schmerzhaft sein. Und es kann dadurch auch zum Notkaiserschnitt kommen, da man durch die von außen angewendete Wendung im Inneren etwas verletzen kann. Und eine Garantie, dass es überhaupt klappt oder das Kind auch so liegen bleibt, gibt es nicht.

Nächste Woche habe ich den Termin im Krankenhaus zur Anmeldung. Mal sehen, was sie dazu sagen und empfehlen. Sehr gerne würde ich einem geplanten Kaiserschnitt aus dem Weg gehen. Ich weiß, es ist nichts Schlimmes und wir können froh sein, diesen Weg gehen zu können. Dennoch würde ich gerne auch mein zweites Kind auf natürlichem Wege zur Welt bringen und das Kind selbst entscheiden lassen, wann es soweit ist. Aber wenn alles nicht hilft, soll es wohl so sein. Dann werden wir sehen, wie wir das Kind aus mir herausbekommen 😀 Schließlich ist und bleibt die Hauptsache, dass es der Kleinen gut geht und gesund zur Welt kommt. Egal wie.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.